Sigharting

Die Gemeinde Sigharting am Fuße des Sauwalds umfasst eine Fläche von 5,65 km². Sie gehört flächenmäßig und von der Einwohnerzahl her gesehen zu den kleinsten Gemeinden im Bezirk Schärding.

Sigharting liegt auf 343 m Seehöhe im nördlichen Innviertel, an den südlichen Ausläufern des Sauwalds. Das gesamte Gemeindegebiet ist Teil des Pramtals, und somit naturräumlich zum Inn- und Hausruckviertler Hügelland zu zählen, welches selbst wieder ein Teil des oberösterreichischen Alpenvorlandes bildet. Der niedrigste Punkt der Gemeinde liegt mit 335 m Seehöhe im Ortsteil Thal in der Nähe der Grubmühle, dort wo der Pfudabach die Gemeinde Richtung Westen verlässt.

Der Ort Sigharting wird ab 1110 als Sigihartingen erstmals in den Traditionsbüchern des Bistums Passau erwähnt, und gehörte wie der Großteil des Innviertels zum Herzogtum Bayern. Im 13.Jahrhundert kommen die Herren von Pürching in den Besitz der Hofmark Sigharting, und im Jahr 1333 erhält Heinrich I. von Pürching vom bayerischen Herzog Heinrich die niedere Gerichtsbarkeit über die Hofmark. 1632 sterben die Pürchinger aus, und die Grafen von Tattenbach auf St.Martin treten ihr Erbe an. Sie verwalten die Hofmark jedoch von St.Martin aus. Im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges von 1705 bis 1714, und nach dem Frieden von Teschen kommt Sigharting mit dem Innviertel (damals ‚Innbaiern‘) zu Österreich. Im Jahre 1784 wird die Pfarre Sigharting gegründet. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayerisch, gehört der Ort seit 1816 endgültig zu Österreich ob der Enns. Während dieser Konflikte des 17. und 18.Jahrhunderts blieb Sigharting von Kriegshandlungen weitgehend verschont. In den Napoleonischen Kriegen diente das Schloss 1809 als Lazarett für französische Soldaten, wobei es beinahe aus Unachtsamkeit ein Raub der Flammen geworden wäre. Weiters sind aus dieser Zeit einige Berichte über Plünderungen durch Soldaten überliefert.

Die politische Gemeinde Sigharting wird im Jahre 1850 gegründet. Sie entsteht aus den beiden Katastralgemeinden Sigharting und Thalmannsbach, nachdem die Pläne der Bildung einer Großgemeinde, bestehend auch aus den heutigen Gemeinden Diersbach und Enzenkirchen mit Gemeindesitz in Sigharting gescheitert waren. Am 24. Mai 1882 bricht ein Brand in Sigharting aus, bei dem 10 Häuser im Ort ein Raub der Flammen werden. Am 11. November 1897 brennt der Ortsteil Wurmsdobl mit 5 Häusern komplett ab. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Der landwirtschaftlich-gewerblich geprägte Ort hat eine Einwohnerzahl von 795 Personen und kann auf eine relativ konstante Bevölkerungsentwicklung seit 1869 verweisen. Die Einwohner teilen sich auf den Hauptort Sigharting und acht weiteren Ortschaften (Doblern, Grub, Hacking, Thal, Thalmannsbach, Unterhaigen, Unterolzen und Wurmsdobl) auf. Die Gemeindevertretung bemüht sich sehr, neue Einwohner für Sigharting zu finden, aufgrund des allgemeinen Geburtenrückgangs gestaltet sich diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe jedoch äußerst schwierig.

In der Johann-Evangelist-Lamprecht-Volksschule werden derzeit 43 Schüler/-innen unterrichtet. Eine Hauptschule und andere weiterführende Schulen stehen in der Gemeinde nicht zur Verfügung. Aufgrund der geographischen Nähe zu Taufkirchen an der Pram steht mit dem Bilger-Breustedt Schulzentrum jedoch eine gute Bildungsinfrastruktur zur Verfügung.

Trotz der geringen Einwohnerzahl kann Sigharting auf ein äußerst aktives Vereinsleben verweisen. Die Vielzahl an Vereinen sorgt seit je her für ein dichtes soziales Netz in der Gemeinde. Musikverein, Freiwillige Feuerwehr, Sportverein, Tennisclub, Goldhaubengruppe, Plattlerclub, Katholische Frauenbewegung und das Netzwerk „Verschönerung für Sigharting“ bemühen sich um ein aktives Gemeindekulturleben. Daneben bemühen sich die politischen Parteien mit verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen das Gemeinschaftsgefüge aktiv mit zu gestalten.

Neben diesem gesamtkulturellen Angebot lädt ein gut markiertes Wegenetz zu ausgedehnten Spaziergängen oder flotten Nordic-Walking Ausflügen ein. Auch Laufen und Wandern ist in Sigharting sehr beliebt. Für Pedalritter stehen bestens markierte Radwege zur Verfügung. Der örtliche Tennisplatz bietet Platz für spannende Matches; Asphalt- oder Eisstöckeln bieten eine gelungene Abwechslung zu den Ausdauersportarten.

Die einstige landwirtschaftlich-gewerblich geprägte Wirtschaftsstruktur Sighartings hat sich sehr gut weiterentwickelt und in zeitgerechte Strukturen übergeführt. So wurde zum Beispiel aus dem örtlichen Schmid (Fa. Wölfleder) eine Stalleinrichtungsfirma oder aus dem Wagner (Fa. Ruhland) eine Karosseriewerkstätte. Derzeit kann die Gemeinde 40 Gewerbebetriebe mit 350 Arbeitsplätzen anbieten. Die Bandbreite ist sehr vielfältig und weitreichend. Das größte Unternehmen (Fa. Geroldinger) hat 85 Beschäftigte, die kleinsten sind Ein-Mann oder Ein-Frau Betriebe.

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